2 Fehler in der 90 Tage Planung durch die Du Dich verzettelst

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Viele Solounternehmer strengt es an, einen längeren Zeitraum zu planen. Wenn sie einen 90 Tage Plan erstellen, überfordern sich, weil sie sich immer wieder zu viel vornehmen. Sie sind so wild darauf Ergebnisse zu schaffen, dass sie häufig zwei Fehler machen, bevor sie den eigentlichen Plan entwickeln. Dadurch verzetteln sie sich, bevor sie anfangen umzusetzen und schmeißen dann frustriert den Plan in die Ecke.

Planen und umsetzen sind zwei Paar Schuhe. Beide gleichzeitig zu tragen, geht nicht.  Oft erlebe ich es bei Kunden, dass sie inbrünstig Letzteres versuchen. Dass sie damit stolpern ist klar. Eins nach dem Anderen: Willst Du realistisch planen und Deine Zeit gut nutzen, dann ist es sinnvoll,

  • das große Ganze im Blick zu haben,
  • das Ergebnis vorauszudenken sowie dabei
  • Deinen aktuellen Status zu kennen

Kleiner Exkurs: Warum die 90 Tage Planung 

Falls Du noch nicht nach dem Prinzip der 90 Tage Planung arbeitest, bekommst Du in diesem Abschnitt einen kleinen Exkurs. Falls Dir das schon vertraut ist, springe direkt zum nächsten Abschnitt. 

Eine Jahresplanung zu machen, halte ich für wichtig. Dadurch lege ich fest, was ich in den nächsten 12 Monaten erreichen will und habe ich einen Überblick was ich dafür tun werde. Das Jahr im Voraus detailliert durchzuplanen ist allerdings wenig sinnvoll. Der Zeitraum ist sehr groß und Veränderungen ergeben sich immer schneller als gedacht. Um konkret zu planen, bevorzuge ich die 90 Tage Planung. Diese Sprints sind ideal.

  • Der Zeitraum ist überschaubar.
  • Auf Veränderungen kannst Du flexibel reagieren.
  • Du fokussierst Dich auf wenige Ziele, die dann aber auch fertig werden.
  • Erfolgserlebnisse lassen sich schneller sehen. 
  • Du schaffst mehr von den wichtigen Aufgaben, in kürzerer Zeit und hast oft weniger Stress. 
Fehler in der Planung_90 Tage Planung
Quelle: Element5 Digital  auf unsplash.com

Planung ist mehr als ToDo’s auf eine Liste zu kritzeln

Nicht wenige Solounternehmer stehen leider mit ihrer Planung auf Kriegsfuss. Sich mit vorausschauend mit einem längeren Zeitraum zu beschäftigen, wird als Zeitverschwendung, notwendiges Übel oder langweilige Nebenbeschäftigung gesehen.

Das sehe ich völlig anders: Planen ist für mich alles andere als langweilig. Durch Deine Planung gestaltest Du Deine zukünftigen Aktionen so, dass Du ein angestrebtes Ergebnis erreichst. Ein guter Plan ist eine Roadmap zu einem Ziel. Und das kann keine ToDo-Liste!

Ein guter Plan ist flexibel und passt sich Deinen Bedingungen an. Deshalb gibt es keine Schablone, die über jedes Business gestülpt wird. 

Ein clever Plan sorgt dafür, dass Du Deine Aktivitäten auf Deine Ziele abstimmst.

Fehler in der Planung sind normal 

Du kannst nicht alles planen. Den perfekten Plan gibt es nicht. Viele versuchen jedoch, alles in einen Plan zu quetschen. Deshalb sind Pläne oft völlig unrealistisch. Meistens werden die eigenen Ressourcen überstrapaziert, das eigene Zeitkontingent oder der Budgetrahmen werden nicht realistisch betrachtet.

Die Folgen kennst Du.

  • Termine verschieben sich
  • notwendige Kosten übersteigen Dein Limit 
  • die Technik funktioniert nicht
  • Deine Motivation sinkt und damit 
  • leidet die Produktivität 

Ergo: Du schaffst nicht das, was Du Dir vorgenommen hast.

2 Fehler die Du vor Deiner Planung vermeiden solltest. 

Gerade bei Solounternehmern spielt die persönliche Situation eine wichtige Rolle. In jedem Plan steckt auch deshalb eine besondere Dynamik. Gerade dann, wenn Ehrgeiz, Umsatzdruck, Zweifel oder Ungeduld des Solounternehmers mit am Tisch sitzen. Mir ist und en letzten Jahren aufgefallen, dass viele meiner Kunden häufig zwei Fehler machen, bevor sie den eigentlichen Plan entwickeln. Fehler, die 

  1. Dich bremsen, bevor Du mit der Umsetzung angefangen hast
  2. dafür sorgen, dass Du Dich verzettelst oder überforderst
  3. unnötig Frust auslösen
Im Video fasse ich die zwei Fehler zusammen.

1. Fehler: Du analysiert Deinen Status Quo nicht

Damit ist Dein Plan von Anfang an unrealistisch. 

Bei meinen Kunden erlebe ich oft, dass sie, aus einer gewissen Unzufriedenheit heraus, wild drauf los planen. Eine fixe Idee oder der Drang schnell etwas umzusetzen, um den Umsatz anzukurbeln, treibt sie an. Sie wollen sich nicht mit Kleinkram aufhalten. 

Das ist verständlich. Es ist nur nicht zielführend.

Die Gefahr: Blinder Aktionismus übernimmt das Steuer. 

Die Folge: Du übersiehst wichtige Aspekte, die Dich später mehr Zeit kosten. Oft sind das Stolperfallen in der Vorbereitung der eigentlichen Aufgabe: Die eigenen Prozesse sind unklar oder persönliche Routinen bremsen später die Umsetzung. 

Beispiele: 

  • Das Newslettertool muss erstmal eingerichtet werden, bevor überhaupt die Kampagne gestartet werden kann. 
  • Damit Videos für die neue Marketingkampagne eingesetzt werden können, ist es erstmal nötig sich mit der Technik und dem Prozess vertraut zu machen.

Übergehst Du diesen Schritt, dann verstärkt sich das Ganze: Je mehr Du Dich übernimmst, weil Du nicht weißt, mit welchen Ressourcen bzw. von welchem Punkt Du startest, desto stärker kann der blinde Aktionismus wüten. Du steckst in einem Kreislauf:  Es frustriert Dich, dass Du nicht schnell genug vorankommst. Du machst einen neuen Plan, wieder mit unklarem Status Quo. Der Plan geht wieder nicht auf. 

Das Spiel kannst Du eine Weile so machen. Irgendwann schmeißt Du Dein Vorhaben genervt hin oder planst gar nicht mehr, weil Deine Planung für die Katz ist. 

Beides ist keine sinnvolle Lösung. 

Bestimme Deinen Status Quo

Bevor Du mit Deiner 90 Tage Planung beginnst prüfe für Dich: Von wo startest Du?

Dafür ist ein Review unverzichtbar. Das Review hilft Dir, realistisch zu planen und Enttäuschung oder Überforderung zu vermeiden.

  • Was hast Du Dir für die letzten Monate vorgenommen?
  • Was davon hast Du erreicht? 
  • Was hast Du teilweise erreicht? Was ist noch offen oder was hast Du verworfen und Warum?
  • Was hast Du nicht erreicht? Was hat dazu geführt? 
  • Betrachte dabei auch für Dein Business wichtige Kennzahlen.

Natürlich erkennst Du durch das Review nicht immer Positives. Es geht dabei nicht darum, dass Du Dich selbst herunter putzt. Deine Prozesse im Business sowie Deine persönlichen Routinen entscheiden, ob und wie du ein Ziel erreichst. Die Hebel dafür erkennst du, wenn du den Status Quo analysierst, bevor Du neu planst.

2. Fehler: Du denkst zu früh an die Umsetzung

Der zweite Fehler entsteht, wenn die Ziele für z.B. 90 Tage festgelegt werden. Für einen Plan, brauchen wir ein Ziel. Klar, denn der Plan zeigt einen Weg – eine Roadmap – und die soll ja irgendwo hinführen. 🙂 Denkst Du jetzt schon an die Umsetzung, dann bremst Du Dich, bevor Du überhaupt einen Schritt gegangen bist.

Begib Dich in die richtige Rolle

Als Solounternehmer hast Du verschiedene Rollen in Deinem Business. Du bist nicht nur UnternehmerIn, sondern auch, je nach dem was Du ausgelagert hast, 

  • Experte
  • Buchhaltung
  • Marketing
  • Controlling
  • Etc.

Es kann es tricky sein, diese Rollen zu trennen. Ein Bewusstsein für die jeweilige Rollen  ist wichtig. Mit jeder Rolle sind andere Aufgaben und Erwartungen verknüpft. Als Experte kümmerst Du Dich vorrangig um die fachlichen Aspekte Deiner Arbeit, damit der Kunde das Ergebnis erreicht, welches er von Dir erwartet. Die Buchhaltung interessiert es in erster Linie nicht, ob der Kunde zufrieden ist, die Belege müssen stimmen. 

Zurück zum Plan: Bei einem 90 Tage Plan setzt Du Dir übergeordnete Ziele für das Business. Du schreibst keine ToDo-Liste. Stattdessen beschreibst Du eine Richtung, in die sich das Unternehmen in 90 Tagen entwickeln soll. Dabei geht es um auch strategische Aspekte. Und das Unternehmen zu gestalten und zu entwicklen, gehört in die Unternehmerrolle.

Unterscheide bei der 90 Tage Planung den Unternehmermodus vom Arbeitsbienenmodus.

Der Unternehmer gestaltet das Unternehmen, so die Idee. Die Erwartung an ihn oder sie ist es, Visionen zu entwickeln, strategisch zu denken und Ergebnisse voraus zu malen. Alles das, wird dann von den “Arbeitsbienen”, wie Experten, Marketing, Vertrieb, umgesetzt. 

 Setzt Du Dir Ziele, dann denkst Du noch nicht ans Umsetzen. 

Es ist in dieser Phase noch nicht wichtig, wie Du dort hinkommst und was Du im Detail dafür tun musst. Dein Fokus liegt jetzt allein darauf, wo Dein Unternehmen in den nächsten 90 Tagen stehen soll, um ein langfristiges Ziel, Deine Vision oder Ideen zu verwirklichen.

Denke dabei größer und strategisch. Erst, wenn Du diese Phase abgeschlossen hast, dann ist es Zeit über die Umsetzung nachzudenken.

Anderenfalls denkst Du zu klein, Du fühlst Dich überfordert oder beginnst zu zweifeln. Das bremst. 

Solltest Du merken, dass Dein Ziel für 90 Tage, mit Deinen Ressourcen nicht machbar ist, dann kannst Du immer noch korrigieren und es z.B. auf 6 Monate ausweiten. 

Einen Schritt nach dem anderen, ohne stolpern

Bedenkst Du diese zwei Aspekte vor Deiner nächsten Planung, dann wirst Du einen Schritt nach dem anderen gehen und Dich nicht unnötig verzetteln. Das wird Dir helfen, realistischer zu planen, seine Zeit besser zu nutzen  und gleichzeitig Ziele zu formulieren, die das Business weiterentwickeln. 

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Start: 9.9.2019