Gelassen werden: Warum es clever ist, den Fuß vom Gas zu nehmen.

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Gehörst Du zu den energiegeladenen und ehrgeizigen Menschen? Dann willst Du Ergebnisse. Diese am besten gestern. Währen da nur nicht diese nervtötenden Situationen: Ein Projekt flutscht nicht wie geplant, andere arbeiten nicht in Deinem Tempo oder erfüllen nicht Deinen Qualitätsanspruch. Hättest Du jetzt die nötige Portion Gelassenheit, dann würdest Du souverän damit umgehen. Lass mich raten: Die hast Du aber nicht. Gelassen werden ist kein Hexenwerk, es braucht ein wenig Übung. Wie Du gelassen werden kannst und welche Vorteile das hat, erfährst Du hier. 

Vorab zwei Wahrheiten:

  1. Dieser Artikel macht Dich nicht gelassen. Lesen allein hilft nicht.
  2. Der Artikel ist etwas länger. Also Atme durch. Das ist schon die erste Übung für Dich. 😉

Liest Du diesen Artikel bis zum Ende, dann

    • weißt Du, warum Du gelassen werden solltest, um schneller Deine Ziele zu erreichen,
    • weißt Du was Du brauchst, um gelassen zu werden und
  • hast Du konkrete Anleitung, wie Du gelassen werden kannst.

Warum gelassen werden eine Herausforderung sein kann

Die meisten Selbstständigen setzten ihre ganze Energie für’s Business ein. Ehrgeizig arbeiten sie an ihren Zielen: 5 neue Produkte, 10 neue Kunden, 20% mehr Umsatz, 10 Stunden mehr Freizeit…

Hast Du dann auch einen Hang zum Perfektionismus, dann bist Du vermutlich leichter aus der Ruhe zu bringen als andere. Genau hier gibt es ein Problem:

Unter Druck erreichst Du Deine Ziele nicht schneller.

Im Gegenteil: Das Konzept ist dadurch nicht schneller geschrieben. Das gerade so dringende Problem ist auch nicht schneller gelöst.

Beißt Du Dich zu sehr an Deinen Erwartungen fest, dann bist du unflexibel. Du verlierst Deine Nerven und damit Deinen Fokus. Du bist unruhig, gehetzt oder gehst sogar gereizt an Deine Aufgaben. Das allein ist unternehmerisch betrachtet Irrsinn: Es kostet Zeit, Nerven und Energie.

    • Es schleichen sich Fehler ein.
    • Du triffst irrationale Entscheidungen.
  • Du brauchst längere Pausen, um geistig wieder 100% fit zu sein.

Das Gras wächst nicht schneller, wann man daran zieht.

Glaube mir. Ich habe es getestet. Die Ziele klar vor Augen zu haben, ist prima. Damit Du sie auch wirklich erreichst solltest Du gelassen werden. 

Ja, ich weiß, dass Dir das theoretisch klar ist. Aber, brodelt der Vulkan erstmal, dann ist es zu spät. Deshalb solltest Du diese Entscheidung vorher treffen.

Gelassen werden beginnt mit einer Entscheidung

Gerade Leistungsmenschen tun sich schwer damit, gelassen zu werden. Gelassen werden erfordert loslassen. Loslassen klingt nicht nach Erfolg oder zielstrebigem Handeln. Das Knifflige an diesem Thema ist, dass Du nicht einfach sagen kannst. „So, jetzt bin ich gelassen.” 

Gelassenheit ist eine Haltung. 

Diese Haltung kannst Du entwickeln.

Beispielsweise habe ich gelernt Situationen so zu akzeptieren, wie sie sind. Das gelingt mir deshalb, weil ich die Überzeugung entwickelt habe, dass alles eine zweite, positive, Seite hat. Dadurch gelingt es mir, auch in schwierigen Situationen, Ruhe zu bewahren und das Problem distanziert zu betrachten. Anstatt durch impulsive Übersprungshandlungen vorschnelle Entscheidungen zu treffen, reagiere ich gelassen.

Nach dem Motto “erst denken, dann handeln“ atme ich kurz durch. Dann lege ich quasi einen Schalter um, durch den ich mich emotional distanziere. Dadurch kann ich die Fakten einer Situation beleuchten. Stelle Dir das so vor: Während andere hektisch werden, lehne ich mich zurück und beobachte aus der Helikopterperspektive, was gerade geschieht.

Unterscheide ‚geduldig sein‘ von ‚gelassen sein‘

Gelassen werden heißt nicht automatisch, auch immer geduldig zu bleiben. Klingt paradox, ist aber so. 🙂Ja, ich kann Ruhe bewahren. Gehe ich hochmotiviert an ein Projekt, dann überschlage ich mich manchmal selbst. Durch meinen Dickschädel kann ich ganz schön ungeduldig mit mir sein. Wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, dann fällt es mir manchmal schwer abwarten zu können.

Kennst Du das?

Aber genau hier hilft mir wieder das Training zur Gelassenheit. Nach dem Motto:

Gib mir die Gelassenheit, die Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Das ist Dir noch immer zu schwammig? Hier hast Du weitere Argumente:

9 Gründe, warum Du gelassen garantiert schneller Deine Ziele erreichst

Gelassenheit ist nicht situativ. Gelassenheit ist eine Haltung, eine Grundeinstellung, die mit Deinen Glaubenssätzen, Deinem Mindset, verbunden ist. Gelassen sein oder gelassen werden hat etwas mit Deinem Selbstbewusstsein und Deiner Selbstsicherheit zu tun. Diese unvoreingenommene, offene und zugleich zuversichtliche Haltung beeinflusst, wie Du Deine Ziele erreichst. 

1. Gelassen, setzt Du Deine Energie zielgerichtet ein.

Läufst Du auf Hochtouren, regst Du Dich auf, dann geht das zu Lasten Deiner körperlichen Kräfte. Das Herz rast, der Blutdruck steigt und Deine Muskeln verspannen. Deine Energie streust Du in alle Richtungen. 

Bringst Du Ruhe rein, dann gewinnst Du Energie. Diese kannst Du zielgerichtet einsetzen. Der Druckpegel sinkt. Du fühlst Dich weniger gestresst und bist ausgeglichen: Ist Deine Energiebilanz ausgewogen, erreichst Du leichter Deine Ziele.

2. Gelassen, triffst Du klare Entscheidungen

Deine Gefühle beeinflussen Deine Entscheidungen. Immer. Unter Druck vorschnell zu entscheiden, ist selten eine gute Idee. Bei Deinem Abendessen mag das okay sein, doch willst Du  schwere Entscheidungen treffen, dann ist es sinnvoll, gelassen zu bleiben. Dadurch gelingt es Dir, verschiedene Perspektiven und Fakten klar zu analysieren. Du fällst Deine Entscheidung mit Bedacht, anstatt überhastet zu reagieren. 

3. Gelassen, bist Du produktiver

Anspannung und Unruhe kosten nicht nur Kraft, sondern führen häufig zu flüchtigen Fehlern. Du übersiehst wichtige Aspekte, weil Deine Aufmerksamkeit nicht 100% bei der Sache ist. Dadurch brauchst Du länger oder musst Arbeitsschritte wiederholen. Gelassen werden heißt auch, fokussierter zu sein. Dadurch kannst Du konzentrierter arbeiten und schaffst von dem, was Du Dir vorgenommen hast. 

4. Gelassen, bleibst Du konstruktiv

Probleme unter Druck lösen zu wollen, führt dazu, dass Du nur die eine Seite der Medaille siehst. Dann neigst Du möglicherweise dazu, die Welt schwarz zu malen. Du fühlst Dich persönlich angegriffen oder fängst an, an Deinen Fähigkeiten zu zweifeln.

Zitat Akzeptanz_gelassen reagieren

Werde gelassen und es gelingt Dir, die Situation mit Abstand zu betrachten. Du bleibst souverän und differenzierst. In dieser Haltung findest Du konstruktive Lösungen.

5. Gelassen ist Dein Kopf frei für kreative Lösungen

Strategisches Arbeiten braucht immer wieder andere, clevere Lösungen. Lösungen brauchen kreatives Denken. Unter Druck kannst Du nicht kreativ sein. So sehr Du Dich auch bemühst, Dein Denken landet in einer Einbahnstraße. Willst Du neue Wege gehen und Lösungen finden, dann verlasse gewohnte Denkmuster. In einem gelassenen Modus, kannst Du Dein Denken in verschiedene Richtungen lenken und alternative Wege finden.

Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.

Albert Einstein

6. Gelassen, nimmst Du die Bedürfnisse Deiner Kunden wahr

Was Deine Kunden damit zu tun haben? Ganz einfach: Sind Deine Bedürfnisse nicht erfüllt, dann bist Du nicht offen und zugewandt. Du hörst die wahren Bedürfnisse Deiner Kunden nicht.
Was sagt die Stewardess? Erst setzt Du Dir die Sauerstoffmaske auf, dann hilfst Du anderen.

Wie oft stellst Du im Alltag Deine Bedürfnisse zurück, weil Du diese eine Aufgabe noch schnell erledigen willst?

Hektik und Anspannung sind Stress für Deinen Körper. Dahinter stecken häufig, Leistungsdruck, Überforderung, Probleme und (finanzielle) Sorgen. Stress wirft Dich nicht gleich aus der Bahn. Du brauchst diesen sogar, um Leistung zu bringen. Überschreitest Du das Maß permanent, dann wird Stress zur Überforderung. 

Auch wenn Du liebst, was Du tust, kann Dein Körper unter Stress leiden!

Dein Körper ist in diesem Zustand vorrangig damit beschäftigt das Minus auszugleichen. Er hat nur ein Ziel: Seine Akkus aufladen. Dadurch sind Deine Antennen nicht auf Empfang für das, was Deine Kunden wirklich brauchen. Gelassen werden hilft Dir, die Signale Deines Körpers zu deuten. Du gehst bewusster und aufmerksamer mit Dir um. Sich mit sich selbst auseinandersetzen und das eigene Verhalten reflektieren ist Voraussetzung für Gelassenheit. 

8. Gelassen, gehst mutig, mit einer starken Überzeugung, Deinen Weg

Nicht alles läuft wie geplant. Rückschritte, Kritiker oder Veränderungen am Markt können Deinen Plan durchkreuzen. Gelassen werden hat in solchen Fällen einen weiteren Vorteil:
Diese Erfahrungen kannst Du klar reflektieren. Du machst Dir Deine Stärken und Erfolge bewusst. Dadurch gewinnst Du Sicherheit und Selbstvertrauen, dass Du auch schwierige Situationen meistern kannst. Sie werfen Dich zukünftig nicht aus der Bahn.

Dadurch verfolgst Du zuversichtlich DEINE Strategie. Das stärkt Deine Überzeugung, dass Du Deine Ziele erreichen kannst.

9. Gelassen bist souverän und erweckst Vertrauen bei anderen

Wie wirkt jemand auf Dich der hektisch und unruhig agiert?

Ein wenig unsicher oder ziellos? Irgendwie schon oder?

Trittst Du souverän auf, wie ein Fels in der Brandung, dann erweckst Du Vertrauen. Vertrauen ist die Verbindung aller Beziehungen. Nicht nur privat, sondern auch zu Deinen Kunden und Kooperationspartnern. Du vermittelst den Eindruck, dass Du eine Situation im Griff hast, klar entscheidest und zielorientiert handelst. 


Gelassen bleiben: Zwischenfazit für Notfallsituationen

Verschwende nicht unnötig Zeit, Nerven und Energie. So aufgebracht Du auch bist: Halte den Ball flach. 🙂

  1. Mache Dir wieder bewusst, was Dich aus der Ruhe bringt.
  2. Distanziere Dich von der Situation bis Du wieder ruhige Gedanken fassen kannst.
  3. Fokussiere Dich dann auf die Schritte, die Dich Deinem Ziel näher bringen.

gelassen werden und bleiben

Gelassen werden: 4 Tipps für den Alltag

Eigentlich bräuchtest Du 10 Arme und Hände, um Deine Aufgaben zu erledigen. An jeder Ecke will jemand was von Dir. Ein Privatleben hast Du auch noch. Wehe, wenn Dir dann wieder mal etwas einen Strich durch die Rechnung macht. Dann fehlt nur ein kleiner Tropfen und das Fass läuft über. Im Extremfall knallt es! Das oft an der falschen Stelle.

In der Wut verliert der Mensch seine Intelligenz.

Dalai Lama

Ärger, Enttäuschung, Wut – diese Gefühle blockieren Deinen Verstand. Du sprichst schneller, als Du denken kannst. Du reagierst noch, bevor Dir klar ist, was da gerade passiert.

Klar sind diese Gefühle normal. Du sollst sie nicht verdrängen. Doch damit Du nicht in zwei Sekunden von 0 auf 180 bist, hilft Dir Folgendes:

1. Nimm’ Dir einen Moment für Dich. 

Gelassen werden braucht einen bewussten, achtsamen Umgang mit Dir selbst. Gönne Dir täglich einen Zeitraum der Ruhe. Es muss nicht lange sein; 5-10 Minuten genügen. Es geht darum, dass Du diesen Moment bewusst erlebst. Atme einfach ruhig ein und aus. Konzentriere Dich nur auf Dich. Bleib ganz bei Dir, im Hier und Jetzt.

2. Kenne Dein Warnsignal 

Kennst Du Dein Warnsignal, bevor das Faß überläuft? Solltest Du. Beobachte Dich mal in Situationen, die Dich aus der Ruhe bringen. Dann findest Du schnell Dein Warnsignal. Dadurch kannst Du das Ruder rumreißen, bevor es zu spät ist. Gelassen werden hilft Dir, die Fassung zu bewahren. Du vermeidest damit, dass Du etwas sagst oder tust, was Dir später vielleicht leid tut.

3. Akzeptiere, was Du nicht ändern kannst

Sicher willst Du mit Deinem Business etwas Neues schaffen, etwas verändern. Deshalb ist es kontraproduktiv, wenn alles hinnimmst, wie es ist. Dennoch bringt es nichts, wenn Du Dich in Situationen hineinsteigerst, die Du nicht ändern kannst, weil sie z.B. in der Vergangenheit liegen.

Hätte, Hätte, Fahrradkette…

Hast Du aber nicht. Das ergibt keinen Sinn. Die Vergangenheit kannst Du nicht mehr ändern. Gleiches gilt auch für andere Menschen. Andere kannst Du nicht ändern. Deine Einstellung kannst Du ändern. Konzentriere Dich vielmehr darauf, was Du jetzt beeinflussen kannst. Ich erinnere ich mich regelmäßig daran, dass Du in jeder Situation drei Möglichkeiten hast:

love it,
change it or
leave it

Wirf Ballast von Bord. Lasse weg, was Dir nicht gut tut. Fokussiere Dich besser auf das, was Dir Spaß macht, womit Du zufrieden bist und was Dich weiterbringt.

3. Fokussiere Dich

Gelassen werden braucht Fokus. Stoppe endlose ToDo-Listen. Höre auf mit Multitasking.
Willst Du zu viel auf einmal, dann entsteht wieder Druck. Erledigst Du zu viel parallel, machst Du nichts richtig. Beides führt dazu, dass Du Dich verzettelst. Du wirst unzufrieden, weil Du Dir bzw. Deinen Ansprüchen nicht gerecht wirst. Dies kannst Du lernen, z.B. mit dem Fokusguide

Es geht darum, dass Du dich auf eine Sache fokussierst.
Eine einzige.
Eine Sache die Du jetzt tust.
Eine wichtige Aufgabe am Tag.
Ein wichtiges Ziel für die Woche, den Monat, das Jahr.
Punkt.

gelassen werden_ziele erreichen

Wie kann ich gelassen werden? Der 4 Level Trainingsplan

Ich sag es Dir gleich: Weise Deinen Ehrgeiz, für dieses Trainingskid, in die Schranken.

Schnelle Ergebnisse funktionieren hier nicht. Gelassen wirst Du nicht von heute auf morgen. Es ist ein Prozess. Sorry.

Gelassenheit wird oft mit Gleichgültigkeit in Verbindung gebracht wird. Doch das ist davon weit entfernt. Gelassen werden heißt, dass Du Dich selbst bremsen kannst (Wie Dir das gelingt, erfährst Du gleich). Also immer schön die Nerven behalten und Dich mit klarem Kopf, auf die nächsten Schritte fokussieren. 😉

Gelassen werden – Level 1: Tempo drosseln

Starte damit, dass Du Dir täglich, z.B. mittags oder abends, ein paar Minuten Pause gönnst. Ich vermute, dass Dir das wie “nichts tun” vorkommt. Regelmäßig eine Pausen machen, dass bringt Dich auf ein ganz anderes Level.

Deine Pause soll Dich von Deinen Projekten ablenken. Nebenbei checkst Du keine Mails. „Ich muss die Idee mal eben schnell noch aufschreiben.“ ist auch Tabu.

    • Atme einfach nur durch,
    • genieße bewusst Deinen Kaffee oder Tee
    • gehe eine Runde spazieren gehen oder

Du willst Dich nicht mehr selbst überholen. Teste es. Du wirst merken, dass es Dir leichter fällt, Dich auf das Wesentliche zu fokussieren.

Gelassen werden – Level 2: Kraftquellen anzapfen

Kraftquellen laden Deinen Akku auf. Zwischendurch einen Sprint einzulegen kann sinnvoll sein. Die meisten Deiner Ziele erreichst Du nicht im Sprint, sondern in einem Marathon. Dafür brauchst Kraftreserven. Frage Dich:

    • Was gibt Dir Energie, woraus gewinnst Du Kraft?  
    • Was nimmt Dir Energie, was kostet Dich Kraft?

Prüfe dann:

    • Wie reduzierst Du die Krafträuber?
    • Wann kannst Du diese Kraftquellen bewusst einsetzen?

Gelassen werden – Level 3: Stelle Dich auf Prio 1

Du kennst die Bedürfnispyramide von Maslow. Die Theorie dahinter ist einfach: Hinter allem was Du tust, steckt ein Bedürfnis. Diese Bedürfnisse folgen einer bestimmten Hierarchie. Erst wenn die untere Ebene der Bedürfnispyramide erfüllt ist, kannst Du die nächste Ebene erreichen. Nennen wir die Bedürfnisse Motive, die Dich zum Handeln bewegen.

Zwei einfache Beispiele:

  1. Warum stehst Du vom Sofa auf und bewegst Dich Richtung Kühlschrank?
    Weil Du Hunger oder Durst hast.
  2. Warum kannst Du Dich nicht gut auf Deine Aufgabe konzentrieren, wenn Du müde bist?
    Weil Dein Körper Schlaf braucht.

Je mehr Du im Trubel bist, desto weniger spürst Du, was Du gerade brauchst. Ebensowenig kannst Du benennen warum Du etwas tust. Kaum hast Du eine Aufgabe erledigt, setzt Du Dich gleich an eine neue. Kaum hast Du einen Lauch hinter Dir, planst Du auch schon den nächsten.

Wir haben oben festgehalten, dass unbefriedigte Bedürfnisse Stress und Frust auslösen. Damit Du gelassen werden kannst scheint es nur logisch, dass Du Deine Bedürfnisse erfüllst. Damit Du Dein Bedürfnis erfüllen kannst, musst es erstmal benennen. Das kannst Du wieder in kleinen, bewussten, Schritten üben:

Halte im Alltag ab und zu an, befreie Dich aus dem Trubel (koppel dies evtl. mit Deiner Pause)

Dann stelle Dir z.B. folgende Fragen:

    • Wie geht es mir?
    • Warum ärgert mich diese Situation gerade?
    • Was will ich stattdessen?
    • Warum willst ich diese Aufgabe unbedingt heute erledigen?
    • Was würde mir jetzt gut tun?
    • Warum möchte ich dies oder jenes?

Prüfe dann, ob das, was Du gerade tust, Dein Bedürfnis erfüllt. 
Ja? Sehr gut. Nein? Dann ändere es.

Greife ggf. zu Deinen Kraftquellen, die Du im zweiten Level aufgeschrieben hast.

Gelassen werden – Level 4: Arbeite an Deiner Einstellung

Situationen sind wie sie sind. Deine Bewertung macht diese erst positiv oder negativ. Wir haben ja oben festgestellt, dass Gelassenheit eine Haltung ist. Damit Du gelassen wirst, mache Dir erstmal bewusst, was Dich aus der Ruhe bringt. 

Beispiel: Du stehst im Stau.

Rein faktisch befindest Du Dich mit ein paar anderen Autofahrern auf einer Straße und kannst nicht die vorgegebene Geschwindigkeit einhalten. Nicht mehr, nicht weniger.

Was daran zum Aufreger wird, ist Deine Bewertung. Solche Trigger lösen Gedankenschleifen aus: Du ärgerst Dich z.B. darüber, dass Du

      • Zeit verlierst
      • nicht pünktlich zu Deiner Verabredung kommst usw.

Klar darfst Du Dich ärgern. Du kannst auch auf dem Lenkrad trommeln und fluchen. Doch es bringt Dich gerade weiter?
Nein.
Du stehst trotzdem im Stau. Das Einzige, was Du durch Deinen Ärger gewinnst, ist schlechte Laune.

Erkennst Deine unnützen Aufreger. Dann kannst Du die Situation neu bewerten. Du weißt, alles hat zwei Seiten. Versuche ganz bewusst, die andere Seite zu sehen. Auch wenn es für Dich vielleicht komisch klingt: Beobachte ein paar Tage einfach mal Deine Gedanken in Situationen, die Dich ärgern. Du wirst erstaunt sein, was sich da auftut.

Ich habe es ganz genau so gemacht. Dazu gehören auch die Gespräche mit Dir selbst. Ach komm, klar redest Du mit Dir selbst. Tut das nicht jeder von uns?  
Probiere mal wie folgt zu reagieren:

  1. Atme durch.
  2. Frage Dich, ob Dich Dein Frust gerade weiterbringt.
  3. Sage Dir: Es ist wie es ist.
  4. Frage Dich: Was kann ich jetzt tun? (z.B. Anrufen und Bescheid geben, dass ich später komme.)
  5. Was kannst Du stattdessen tun? (z.B. Podcast hören, Musik anmachen oder Hörbuch hören)

Klingt eigentlich einfach oder?

Gelassen werden ist Übungssache

Gerade Leistungsmenschen tun sich damit schwer, gelassen zu werden. Mit dem Kopf durch die Wand – das kann funktionieren. Es ist aber meistens eher schmerzlich als nützlich. Deine Einstellung und Dein Verhalten ändern sich nicht über Nacht. Genau hier beginnt das Training. Es wird immer wieder Herausforderungen geben, durch die Du aus der Ruhe gebracht wirst. Damit Du Deine Ziele erreichst, brauchst Du einen klaren Fokus und Ruhe. Bleibe geduldig mit Dir. Schritt für Schritt kannst Du gelassen werden.
Am Anfang steht Deine Entscheidung: Willst Du gelassen Deine Ziele erreichen?

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert im Mai 2018
Bildquelle Titelbild: Brooke Cagle auf Unsplash.com 

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4 Gedanken zu “Gelassen werden: Warum es clever ist, den Fuß vom Gas zu nehmen.”

  1. Liebe Anke Lambrecht,

    ein sehr schöner Beitrag, vielen Dank.

    Spannend fand ich die Unterscheidung zwischen Gelassenheit und Geduld. So habe ich es noch gar nicht betrachtet. Macht aber auf jeden Fall Sinn für mich, und erklärt manches. 🙂

    Liebe Grüße

    Stephanie Mertens

    • Danke Stephanie.
      Die Unterscheidung ist in der Tat spannend und hilft mal genauer hinzusehen 🙂
      Ich wünsche dir die nötige innere Ruhe für deine Projekte.

      Liebe Grüße
      Anke

  2. Liebe Anke,
    ein Thema, das mich die letzten Monate öfter beschäftigt hat, und ich musste bei diesen Punkten mehrfach nicken. Ich habe daraus lernen müssen, dass ich mir eher selbst geschadet habe, wenn ich nicht gelassen war, und warum das so ist, hast du super getroffen… Ich habe für mich selbst gemerkt, dass ich dann einfach nicht mehr klar handeln, entscheiden und arbeiten kann. Man tut Dinge, ndie nicht sinnvoll sind, und zieht damit nur noch mehr Chaos an. Ich habe inzwischen gelernt, in solchen Fällen mich selbst zu bremsen und erstmal wieder zu mir zu kommen, in die innere Klarheit, bevor es weiter geht…
    Danke für die wertvollen Hinweise und liebe Grüße!

    • Hallo Wilhelm,

      ich danke dir für deinen Zuspruch.

      Innere Klarheit zu finden und vor allem zu erkennen, dass diese nötig ist, ist eine sehr wertvolle Erkenntnis.

      Es freut mich, dass ich dich darin bestärken konnte.

      Liebe Grüße
      Anke

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