Keine Zeit für das, was Dir wichtig ist? So setzt es auf Prio 1

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“Ich habe keine Zeit.” “Wenn ich Zeit habe dann...” “Ich brauche mehr Zeit.” Das sind gefrustete Aussagen von Kunden, deren krampfhafte Versuche mehr Zeit zu gewinnen, gescheitert sind. Das, was ihnen wirklich wichtig ist, kommt immer zu kurz. Jeder hat täglich 24 Stunden. Du musst nur noch entscheidest wie Du Deine Zeit investierst. Erfahre, warum Dich der Work-life-Balance Ansatz auf eine falsche Fährte lockt und wie Dir stattdessen das Lebensrad hilft, die richtigen Prioritäten zu setzen.

“Keine Zeit” ist entweder eine Ausrede oder die Folge falscher Entscheidungen.

Die meisten versuchen das Problem lediglich über Zeitmanagement in den Griff zu bekommen: Eisenhower-Prinzip, Alpen-Methode, Pareto-Prinzip und Co werden rauf und runter gebetet. Unterm Strich verzetteln sie sich trotzdem. Warum?

Zeitmanagement bringt Dir nicht zwingend mehr Zeit. Es hilft Dir, Zeitfresser zu entlarven und Deinen Alltag effizienter zu strukturieren. Das Budget auf Deinem Zeitkonto bleibt trotzdem gleich. Oft sausen mir Ohren, weil mir Kunden eine endlose Liste präsentieren. Sie wollen mehr Zeit für

  • neue Projekte
  • das Überarbeiten alter Projekte
  • die Kunden
  • das Entwickeln neuer Ideen und Strategien
  • die Familie, Kinder, den Partner/die Partnerin
  • Hobbies, Urlaub, Freunde etc.

Diese Vorhaben sind meistens unkonkret. Daraus lässt sich nicht ableiten, wie viel Zeit sie für was investieren wollen. Im Kern funktioniert dies erst, wenn Du Deine Hausaufgaben gemacht hast. Weißt Du konkret, wie viel Zeit Du freischaufeln willst, dann kannst Du entsprechend planen und handeln. Dahinter steckt die Frage: Wie sind Deine Prioritäten verteilt?

Mehr Zeit? Höre auf Dir was vorzumachen

Nehmen wir ein klassisches Beispiel: Private Termine.

Ich kann jetzt nicht frei machen. – Das Projekt ist zu wichtig. – Diesen Termin kann ich einfach nicht verschieben. 

Das ist okay. Es gibt immer Phasen in denen ein Bereich wichtiger ist als der andere. Es ist eine grundlegende Entscheidung, welchen Raum Du Deinen Prioritäten gibst. Selbstständige sind gut darin, private Termine sehr schnell aufzuschieben. Sie sind um keine Ausrede verlegen, schließlich haben sie das Hauptargument immer im Gepäck:  “Mein Business ist mein Leben.” Problemlos sprudeln die Ausreden aus ihnen heraus:

  • “Wenn ich mehr Zeit habe, dann gehe ich wieder zum Sport.”
  • “Wenn es nicht mehr so stressig ist, dann verabrede ich mich mit Freunden.”
  • “Wenn dieses Projekt geschafft ist, dann nehme ich mir frei.”

Das kann phasenweise richtig sein. Bei den meisten ist es ein Dauerzustand, der schnell für Überforderung sorgt. Es ist ihre permanente Ausrede warum sie gerade keine Zeit für das haben, was ihnen wichtig ist. Wenn Du das von Dir kennst, dann tue Dir einen Gefallen: Höre auf Dich selbst zu belügen. Du fütterst nur Dein schlechtes Gewissen Dir und Anderen gegenüber.

Work-Life-Balance Bullshit: Die große Denkfalle

Ein großes Missverständnis wurde durch die Work-Life-Balance Welle ausgelöst. Arbeit und Leben müssen im Gleichgewicht sein. Arbeit und Leben? Was für ein Quatsch. Das suggeriert, dass

  1. wir während der Arbeit nicht Leben
  2. alles immer brav gleich verteilt sein muss.

Durch den ersten Punkt schwingt unterschwellig mit, dass Arbeit ja so grausam ist. Radiomoderatoren heizen es auch gern an “Oh, nein. Es ist Montag, die Woche geht wieder los. wir müssen arbeiten.” Mittwochs bejubeln sie das Bergfest “Leute, fast geschafft. Bald ist Freitag”. Freitagvormittag hört man auf jedem Sender die Jubelschreihe, dass in wenigen Stunden das Leben wieder tobt.
Das Ergebnis: Viele leben nur von Wochenende zu Wochenende. Die Tage dazwischen sind die gegeißelt. Als Selbstständiger sollte das anders sein, schließlich haben sie sich für das eigene Business freiwillig entschieden. Doch bei vielen ist diese Denke noch so unglaublich tief verwurzelt. Eigentlich haben sie sich ihr eigenes 9to5 Hamsterrad gebaut.

arbeit_Freizeit_Lebenszeit

Durch den zweiten Punkt keimt Zeitdruck auf. Das permanente Gefühl allem gerecht werden zu müssen. Jeder soll ein faires Stück von Zeitkuchen abbekommen. Dadurch passiert es leicht, dass man zu viele Dinge gleichzeitig erledigen will. Schaffen wir das nicht, dann meldet sich das schlechte Gewissen.

Du wolltest mehr Zeit mit Deiner Familie verbringen und sitzt stattdessen abends noch am Schreibtisch. Am nächsten Tag bist Du bei Deiner Familie, obwohl Du Dich diesmal intensiver um das Kundenprojekt kümmern wolltest.

Die Rechnung kann bei 24 Stunden am Tag nicht aufgehen. Du steckst in einer Zwickmühle. Du kannst Dich nicht selbst überholen. Mach Dir nichts vor! Du kannst nicht allem gerecht werden.

Willst Du für etwas mehr Zeit haben,  dann nimm’ sie Dir! Entscheide Dich, bevor es zu spät ist. Setze Prioritäten und bleib konsequent. Jetzt verfalle nicht in das 0 und 100 Denken. Du sollst nicht gleich alles stehen und liegen lassen. Was Du wirklich willst, dafür lässt sich ein Weg finden.

allem gerecht werden_nichts schaffen

Dein Lebensrad:  Grundsatzentscheidungen statt Ausreden

Das ist tricky, deshalb will ich es an einem Beispiel erklären.

Erinnerst Du Dich an Deine letzte Erkältung?

Ich meine nicht den Schnupfen, mit dem Du Dich trotzdem an den Schreibtisch geschleppt hast. (Ausgenommen natürlich Männerschnupfen, der ist schlimm genug 😉 ) Die Erkältung, die Dich mit Kopf- und Gliederschmerzen, Frösteln und Appetitlosigkeit für ein paar Tage außer Gefecht gesetzt hat. In diesem Fall hat Dein Körper Dir die Entscheidung abgenommen und Dich ausgebremst. Plötzlich war es kein Problem Termine abzusagen. Deine oberste Priorität ist völlig klar. Du willst gesund werden.

Nicht immer kannst Du Dich vor einer Erkältung schützen. Dennoch kannst Du im Vorfeld Einiges tun, um Dein Immunsystem zu stärken. Das klappt in der Regel nur, wenn Du Dich bzw. Deine Gesundheit auf Prio 1 setzt. Isst Du vorwiegend ungesund, lässt Du Pausen weg oder schläfst Du schlecht, dann sind das  Anzeichen, dass Deine oberste Priorität woanders liegt.

Was Priorität hat, entscheidest Du

Es gibt kein Richtig oder Falsch. Du bestimmst, was Dir wichtig ist. Ist Dir etwas gerade nicht wichtig, dann sei ehrlich zu Dir selbst. Formuliere es genauso: „Es ist mir nicht wichtig.” In allen anderen Fällen entscheide Dich dafür! Die Entscheidung ist der wichtigste Schritt, um Dir mehr Zeit zu verschaffen.

Mehr Zeit durch klare Prioritäten: Die Geschichte “Die Kieselsteine”

Arbeite ich mit meinen Kunden daran, dann ziehe ich einen Joker. Der sorgt regelmäßig für großes Schweigen. Höre Dir die Geschichte an.

Was ist das Lebensrad?

Deine großen Steine, die Prioritäten kannst Du mit dem Lebensrad beleuchten. Das Lebensrad ist ein Werkzeug aus der Persönlichkeitsentwicklung. Es gibt Dir ein Gesamtbild über Deine aktuelle Lebenssituation. Du weißt wo Du gerade stehst.

mehr Zeit im LebenDu kannst mit dem Lebensrad auch noch unklare Wünsche, Ziele und Prioritäten aufdecken. Gleichzeitig verschafft es Dir Klarheit darüber, welche Bereiche in Deinem Leben zu wenig Aufmerksamkeit bekommen und dadurch Unzufriedenheit auslösen. Mit dem Lebensrad kannst Du ganz einfach feststellen, warum sich eventuell bestimmte Bereiche in Deinem Leben nicht so entwickeln, wie Du es Dir vorstellst.

Standortbestimmung mit dem Lebensrad: Wie ausgeglichen ist Dein Leben?

Im Alltag spulst Du Deine Routine ab. Du denkst wenig über Deine grundsätzlichen Prioritäten nach. Das ist auch gar nicht wild. Leider erlebe ich viele, die jeden Tag auf’s Neue ihre ToDo-Listen (!) nur nach dem Kriterium ‘dringend’ abarbeiten. Oft funktionieren meine Kunden nur noch. Sie tun was eben getan werden muss. Und sie müssen scheinbar sehr viel müssen. Sie wissen nicht mehr, was ihnen eigentlich wichtig ist. Dabei muss das Wesentliche zu kurz kommen. Unzufriedenheit keimt immer wieder auf.

Du kannst es anders machen, indem Du für Dich klärst, woher der Wind weht.

ToDo-Listen schreiben, Zeit managen und Ziele setzen, kannst Du endlos. Ob das was Du da tust für Dich sinnvoll und zufriedenstellen ist, steht auf einem anderen Blatt Papier.

Die richtigen Entscheidungen treffen und Prioritäten setzen, kannst Du nur, wenn Du weißt was Dir wirklich wichtig ist.

Dein Bauch hat sich schon längst entschieden, bevor Dein Kopf alle Fakten gelistet hat.

1. Das Lebensrad vorbereiten

Die Methode wirkt enorm und ist leicht umzusetzen. Du brauchst ein Blatt Papier und Stift. Teile Deinen Alltag – Dein Leben – gedanklich in die unterschiedlichen Bereiche, zeichne diese auf das Blatt. Zum Beispiel könnten das diese Bereiche sein:

  1. Familie/Partnerschaft
  2. Netzwerk/Freunde
  3. Business/Unternehmer sein/Unternehmertum
  4. Finanzen/Materielles
  5. Körper/Fitness/Gesundheit
  6. Sinn/Freude/persönliche Entwicklung

Die kannst die Bereiche anpassen. Je nach dem, was Dir wichtig bzw. welche zentralen Rollen Du ausfüllen willst. Letztlich sollte Deine Zeichnung etwa so aussehen:

Lebensrad vorbereiten_Lebensbereiche

2. Analysiere den Ist-Stand – Fülle Dein Lebensrad

Nachdem Du Deine wichtigen Lebensbereiche aufgezeichnet hast, beantworte spontan:

  • Wie viel Zeit nimmst Du Dir aktuell für jeden Bereich?
  • Auf einer Skala von 1- 10 (1 = nicht zufrieden 10 = voll zufrieden) Wie zufrieden bist Du im jeweiligen Bereich?

Lebensrad bearbeiten_Ist Stand analysieren

Nun beantworte Dir die Fragen:

  • Welche Bereich hat einen großen Schwerpunkt und wie wirkt sich das auf andere Bereiche aus?
  • Welcher Bereich kommt Deiner Meinung nach zu kurz? Welche Auswirkungen hat das auf andere Lebensbereiche?

3. Entscheiden und umsetzen: Definiere den Soll-Stand Deines Lebensrades

Du siehst nun die Verteilung, wie sie jetzt ist. Hast Du festgestellt, dass Du damit nicht zufrieden bist?Dann ist es Zeit etwas anders zu machen. Ich beschäftige mich mit meinem Lebensrad etwa einmal pro Jahr. Es hat einen festen Platz in meiner Jahresplanung. Frage Dich:

  • Wie soll Dein Lebensrad im nächsten Jahr aussehen?
  • Für welchen Bereich möchtest Du wieviel mehr Zeit haben?
  • Wie kannst und willst Du Deine Zufriedenheit vergrößern?
  • Was kannst Du tun, um das umzusetzen?

Es ist nicht das Ziel, in jedem Bereich eine 10 zu erreichen. Das Gesamtbild soll am Ende für Dich stimmen.

6 Fragen die Du Dir regelmäßig stellen kannst, damit Deine Prioritäten stimmen

Du bestimmst wie Du Deine Zeit nutzt. Bist Du Dir klar darüber, was in Deinem Leben das Wesentliche ist, entscheidest Du Dich leicht für richtigen Dinge. Automatisch nimmst Du Dir Zeit dafür. Dein Business ist nur ein Teil von Deinem Leben. Du und ich kennen Situationen im Leben, da denken wir keine Sekunde mehr darüber nach, was gerade wirklich wichtig ist. Diese Situationen sind nicht einfach, helfen aber die eigenen Prioritäten zu prüfen.

Stelle Dir regelmäßig diese Fragen. Du kannst sie einfach in Deine regelmäßigen Strategietage integrieren.

  1. Welches sind die wirklich wichtigen Dinge in Deinem Leben?
  2. Haben diese einen festen Platz im Terminkalender?
  3. Wie viel Zeit nimmst Du Dir Dich selbst?
  4. Wie viel Zeit nimmst Du Dir für Familie und Freunde?
  5. Welchen Platz haben Deine Wünsche, Visionen und Ziele?
  6. Orientiert sich das, was Du gerade tust an diesen Prioritäten?

 

Artikel zu letzt bearbeitet: März 2019

Quellen:
Titelbild: Anke Lambrecht
Vorschaubild Geschichte Kieselsteine: Anke Lambrecht

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Start: 9.9.2019