Warum Du als Solo-Unternehmer nicht genug Geld zu verdienst – Interview mit Anette Weiß.

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Was bewegt jemanden ein eigenes Business zu führen? Unabhängigkeit, zeitliche Flexibilität oder ein selbstbestimmtes Leben sind häufig Motive die ich höre. In dieser Liste von Argumenten taucht erst viel weiter unten Geld verdienen auf. Das ist gut auch so, denn Geld allein macht nicht glücklich. Aber Unabhängigkeit und Liebe zum Business bezahlen auch keine Rechnungen.
Stellst Du nur Deine Leidenschaft in den Mittelpunkt, dann hast Du ein Problem: Existenzminimum gepaart mit Leistungsdruck bremsen Dich. Ändern wir das!

Dieser Beitrag zielt darauf ab, Dein Bewusstsein zu schärfen und Deine Haltung zum Geld verdienen auf ein anderes Level zu heben.
Dafür habe ich mehrere Studien zum Durchschnittsverdienst von Selbstständigen ohne feste Angestellte recherchiert. Dabei bin ich auf Zahlen zwischen 1000€ und 2200€ netto (!) pro Monat gestoßen. Das ist erschreckend, wenn man bedenkt welche Fixkosten ein Selbstständiger zu zahlen hat. Die Absicherung und private Vorsorge sind noch nicht eingerechnet. Bewusst präsentiere ich Dir hier keine Studienergebnisse, ich möchte, den Hebel an anderer Stelle ansetzen. 

Geld verdienen und Umsätze generieren ist Teil Deiner Verantwortung

Mit einem eigenen Business trägst Du automatisch ein höheres wirtschaftliches Risiko und gleichzeitig mehr Verantwortung.

Ich behaupte, dass die meisten Selbstständigen/ Solounternehmer noch immer wie ein Angestellter denken oder ihr unternehmerisches Geschick noch nicht gezielt nutzen. Anders kann ich es mir nicht erklären, weshalb sie über den Invest ihrer Zeit und ihres Geldes nicht bis zu Ende nachdenken. In vielen Fällen fehlt eine regelmäßige Erfolgskontrolle: Sie sehen sich ihre Zahlen nicht an und ertragen den Schmerz.

Klarheit kann unangenehm sein, ja. Nicht hinsehen, bringt nichts. Das machen kleine Kinder “Seh ich dich nicht, siehst du mich auch nicht”. Doch oft höre ich tatsächlich noch Argumente wie “Ich mache das aus Überzeugung, nicht des Geldes wegen.” Es ist wichtig, wenn Du überzeugt von dem bist, was Du tust. Das erleichtert Dir nämlich Kunden zu gewinnen. Macht Dein Unternehmen nicht genug Umsatz oder bleibt davon nicht viel übrig, dann kannst Du Dir privat nicht genug auszahlen. Deshalb halte Dir vor Augen:

Als Unternehmer ist es Deine Verantwortung, Dein Unternehmen wirtschaftlich zu führen.
Ich behaupte auch nicht, dass es einfach ist, doch das kann man lernen. Denke daran, Du bist nicht nur der Experte, der in seinem Fachgebiet aufgeht und Spaß daran hat. Dein Unternehmen hat mehrere Bereiche, die es verantwortungsbewusst zu pflegen gilt, damit das ganze Unternehmen rentabel ist: Du bist Unternehmer, Controller, Vertriebler, Marketingchef, Kundenbetreuer, Fachkraft/Experte und auch Buchhaltung.

Geld ist ein Ergebnis und keine Tabuzone

Finanzen sind ein heißes Thema, ich weiß. Viele werden dabei so nervös oder sind peinlich berührt, als würde man öffentlich in ihrer Schlüpferschublade stöbern oder sie zu ihren Vorlieben beim Sex interviewen. Sie haben die Überzeugung: Über Geld spricht man nicht. Diese Haltung ist nicht zielführend. Sie sorgt im worst case für eine Abwärtsspirale.
Du wirst dabei nicht zum geldgierigen Monster, das für die Kröten alles tun würde, um sich dann damit zu profilieren, dass die nächste 6-stellige Summe eingefahren ist.

Verantwortung übernehmen heißt, genau hinsehen.

Die Zahlen genau betrachten ist wichtig, weil der Umsatz und der Gewinn, den Du mit Deinem Unternehmen machst, das Ergebnis von komplexen Vorgängen spiegelt. Ein erfolgreiches Unternehmen, zu dem Geld verdienen gehört, ist kein einfachen Ursache-Wirkungs-Gefüge. Sonst könntest Du einfach Schritt A gehen und verdienst damit Summe x.

Zeigen Deine Zahlen, dass Dein Unternehmen entweder

  • Deinen Lebensunterhalt nicht einspielt oder
  • sich nach aktuellem Stand Deine unternehmerischen Ziele nicht realisieren lassen,

dann gehe der Sache auf den Grund. 

6 Gründe warum Du als Solounternehmer nicht genug Geld verdienst

Theoretisch steht alles im Businessplan. Da müsste es doch laufen. Das ist das Problem mit klassischen Businessplänen.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, das Umsatzflauten mehr bewirken als eine schlaflose Nacht. Sie können dazu führen, dass Du anfängst an Dir und Deinem Business zu zweifeln. In der Kalkulation sehen die Zahlen noch harmlos aus. In einem Angebot oder auf einer Rechnung können plötzlich andere Emotionen mitspielen. Deshalb beginnt Geld verdienen und Deine Preiskalkulation fernab vom Taschenrechner.

Warum nicht genug Geld in der Kasse ist oder bleibt, dafür gibt es unterschiedliche Gründe. Aus meiner Erfahrung spielen oft folgende Aspekte eine Rolle, die noch fern von der BWL Seite sind:

  1. Die “Spatz in der Hand und Taube auf dem Dach- Falle” der niedrigen Preise.
    Aus Angst, dass der Kunde nicht kauft, verkaufst Du Deine Angebote zu günstig. Lieber wenig als keinen Umsatz.
  2. Fehlendes Bewusstsein für die Vorteile und Stärken des eigenen Angebotes.
    Dadurch schwächt sich Deine Überzeugung, die Du im Marketing und Vertrieb brauchst, um Dein Angebot vom Wettbewerb abzuheben.
  3. Geringe Wertschätzung der eigenen Leistung.
    Das beginnt damit, wenn Du z.B. die Zeit, die Du in die Erstellung von Angeboten oder Produkten investierst, nicht einkalkulierst. Typische Argumente sind: “Hab ich eben mal schnell gemacht.” oder “Das geht mir doch leicht von der Hand. Dafür berechne ich nichts.”
  4. Fehlende oder unzureichende Struktur in Routineprozessen
    Dadurch arbeitest Du doppelt und/oder bestimmte Tätigkeiten sind nicht zielführend. Dabei geht Dir wertvolle Zeit verloren, die Du an anderer Stelle ins Business investieren kannst.
  5. Unrealistische Planung
    Das ist einer der Top-Zeitfresser. Ein realistischer Plan ist wichtig, um Deine eigene Zeit richtig zu nutzen und gleichzeitig dadurch die Finanzen gut zu kalkulieren. Bsp.: Du bietest Deinem Kunden im Angebot X eine Leistung an, für die Du 5 Stunden einplanst. Dann brauchst Du letztlich jedoch 8 Stunden. Damit machst Du 3 Stunden minus, die sich auch in der Kasse bemerkbar machen.
  6. Mehr operative als strategische Arbeit
    Mitarbeiter einstellen, virtuelle Assistenzen beschäftigen, Aufgaben auslagern oder Prozesse optimieren oder automatisieren, sind Maßnahmen, die Dir dabei helfen den Umsatz zu steigern und den Gewinn zu erhöhen. Das ist Arbeit AM Business. Nimmst Du Dir dafür Zeit, wird sich das mehrfach auszahlen.

Zahlen lügen nicht – Anette Weiß im Interview

Anette Weiß ist Finanzcoach für persönliches und finanzielles Wachstum. Sie zeigt ihren Kunden wie sie Geldrechnen, Verträge lesen und verstehen, Depots und Vermögen aufbauen und ökonomische Zusammenhänge erkennen. Als frühere Bankerin ist sie Expertin für nackte Zahlen und genau die Richtige, um das Thema Geld verdienen von einer anderen Seite zu beleuchten.

In dem Interview spreche ich mit Anette Weiß über folgende Punkte:

  1. Was bedeuten sinnvolle Angebots- & Produktpreise für das eigene Business konkret? Welche Hebelwirkung siehst du, abgesehen von einem guten Polster auf dem Konto?
  2. Was ist das größte Hindernis, wirtschaftlich sinnvolle Preise zu kalkulieren?
  3. Wie geht man mit der Angst um, mit den kalkulierten Preisen rauszugehen?
  4. Kreisen die Gedanken nur ums Geld, kommt der Kunde zu kurz. Wie wirkt sich das aus?
  5. Was bedeuten für dich in diesem Zusammenhang unvergleichliche Angebote?
  6. Wie bist du dazu gekommen, das zu tun, was du heute tust?
  7. Was sind deine Stärken?
  8. Wer oder was inspiriert dich?

3 Tipps für Preise, die Dein Unternehmen braucht

  1. Kalkuliere Deinen internen Stundensatz
  2. Setze die Unternehmerbrille auf und prüfe die Preise Deiner Produkte und Angebote
  3. Schaffe einen Puffer als Sicherheitspolster

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Wie Du dabei konkret vorgehst, ohne trockene BWL Studien, dass erfährst Du im Onlinetraining “Preise sinnvoll kalkulieren”
Anette Weiß und ich haben Dir eine einfache Schritt für Schritt Anleitung erstellt. Dadurch weißt Du wie Du Deine Zeit richtig berechnest und für Deine Produkte und Angebote wirtschaftlich sinnvolle Preise kalkulierst. Gleichzeitig erfährst Du, wie Du die Stärken und Vorteile Deines Angebotes für den Kunden in Szene setzt. Erfahre mehr zum Onlinetraining:  Preise sinnvoll kalkulieren

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